Der Mörder mit der Hopfenstange

Rosalia Niggl, eine geborene Glockner, Gärberstochter aus Altenmarkt, war in erster Ehe mit dem königlich bayerischen Aufschlageinnehmer Carl V. Mühleisen verheiratet. Wann und wo die beiden sich kennengelernt haben, ist nicht mehr nach zu vollziehen. Carl Valentin Mühleisen wurde am 2. Dezember 1848 in Passau geboren. Im Taufbauch des dortigen Pfarramtes ist er als »illeg.«, also unehelich vermerkt. Seine Mutter war die Zimmermanntochter Theres Rößler aus Passau. Sein Vater, Valentin Mühleisen, damals »ärztlicher Gehilfe im Militärspital«, hat die »Paternität« (Vaterschaft) erst viel später anerkannt und sie am 25. Juni 1861 zu Gündlkofen (Lks. Landshut) beurkunden lassen.

Das jung vermählte Paar Rosalia und Carl V. Mühleisen hatte es in die Gegend um Ingolstadt verschlagen. Es hatte sie in die Gegend von Ingolstadt verschlagen.

Carl V. Mühleisen

Die Mühleisens waren jung verheiratet und hatten eine gerade ein Jahr alte Tochter, als an einem Montagabend Rosalia Mühleisen vergeblich auf ihren Mann wartete. Der königliche Aufschlag-Einnehmer Carl Valentin Mühleisen war an diesem 21. Mai 1883 wieder einmal von Eitensheim in das rund eine Stunde des Fußweges entfernte Gaimersheim aufgebrochen, aber nicht nach Hause gekommen.

Etwa um fünf Uhr morgens, am Dienstag den 22. Mai 1883, fanden zwei Eisenbahnarbeiter rund eine Viertelstunde außerhalb Gaimersheim auf dem Fußweg nach Eitensheim einen leblosen Körper, der mit dem Gesicht nach unten in einer Lache von Blut und Gehirnmasse lag. Sie richteten ihn auf und erkannten den Aufschläger Mühleisen. Sofort eilten sie zurück nach Gaimersheim wo sie aufgeregt von dem grausigen Fund berichteten. Telegrafisch wurde das Amtsgericht in Ingolstadt hiervon verständigt. Eine Gerichtskommission machte sich sogleich auf den Weg um sich an den Schauplatz der Tat zu begeben. Die »Ingolstädter Zeitung« stürzte sich auf den Fall:

»23. Mai. Der meuchlerische Todtschlag an dem Hrn. Aufschläger Mühleisen von Eitensheim hat die ganze hiesige Gegend in Aufregung gebracht. Überall bildet der traurige Vorfall den Gegenstand des Gespräches und allgemein ist das Mitleid mit dem armen Mann und dessen Hinterbliebene Familie. Die Untersuchungs-Commission war gestern den ganzen Tag in Gaimersheim und ist es den eifrigen Recherchen zu danken, daß die mutmaßlichen Thäter noch gestern in Untersuchungshaft nach Eichstätt abgeführt werden konnten. Dringend verdächtig sind: Gütler, Joseph Späth, Schanzarbeiter Johann König, und Gütlerssohn Maier, sämmtlich in Gaimersheim. Die Mörder haben anscheinend in einer Vertiefung an dem Wiesenweg, den Mühleisen zum Heimgang benutzte, diesen aufgelauert und den nichtsahnenden von rückwärts so schnell überfallen, daß er wohl die Hand am geladenen Revolver hatte, diesen aber nicht mehr aus der Tasche herausbrachte. Als Mordinstrument diente ein Scheitholz. Auf die Wucht der Schläge läßt auch der zertrümmerte Zustand der Schädeldecke desselben schließen.

Ein blutbeflecktes Stück des Holz wurde bei der Leiche, ein anderer Theil ein Stück davon in einem Getreideacker gefunden. Auch eine Hopfenstange lag bei dem Leichnam. Wenn sich auch die Details der Untersuchung selbstverständlich unserer Kenntnis entziehen, so ist es doch zweifellos, daß die Blutthat aus Rache geschehen ist. Ingolstadt, Zu unserer letzten Notiz über die Thäter des Meuchelmordes an dem Aufschläger Mühleisen von Eitensheim erfahren wir noch, daß der Gütlerssohn Maier, der sich nicht aktiv an dem Verbrechen betheiligte, aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, jedoch noch unter Polizeiaufsicht steht. Die beiden anderen Joseph Späth und Johann König welche beide verheirathet sind, sollen allerdings vollständig überwiesen und geständig sein und zwar hat Späth das arme Opfer gehalten und König die Schläge geführt. Bemerkenswert ist, daß letzerer den Aufschläger kaum kannte und mit demselben noch nie ein Wort gesprochen hat. Trotzdem aber wurde er dessen Mörder. Welche Charakterrohheit!«

Die Anteilnahme der Bevölkerung lässt sich aus einem Bericht im »Bayer. Kurier« ablesen:

»Das war ein Leichenzug, wie ihn das Dörfchen Eitensheim seit Menschengedenken nicht gesehen hat. Aus Nah und Fern, von der Stadt und von den umliegenden Dörfern waren zahllose Leidtragende herbeigeeilt um dem so schrecklich ermordeten k. Aufschläger Mühleisen die letzte Ehre zu erweisen. Führwahr, ein zu Herzen gehendes Zeichen der allgemeinen Beliebtheit, deren sich der so früh Verlebte erfreute; Männer weinten an seinem Grabe und die Frauen schluchzten laut auf. – Der Finger des Volkes, der gleich nach bekannt werden der ruchlosen That auf drei Verdächtige wies, scheint rechtzubehalten, denn es sind die drei Männer von der Gendarmerie in das Untersuchungsgefängnis nach Eichstätt abgeliefert worden. Die Namen derselben sind: Joseph Späth, Gütler, Johann König, Schanzarbeiter und Gütlerssohn Maier, sämtliche von Gaimersheim. Hiervon scheint der erste der Rädelsführer gewesen zu sein und die tödlichen Hiebe versetzt zu haben, von deren Wucht man sich kaum einen Begriff macht. Die Schädeldecke war so zertrümmert, daß die Herrn Aerzte bei der Sektion des Kopfes keine Säge mehr anzulegen brauchten und einer davon sich äußerte, in seiner langjährigen sei das der größte Fall von Rohheit, der ihm noch untergekommen. Auch über die Motive zu der Blutthat hat die eingeleitete Untersuchung schon Licht verbreitet. Die Angeschuldigten haben nämlich vor einiger Zeit die Fenster beim Mohrbräu in Gaimersheim eingeworfen. Zur allgemeinen Entrüstung konnten sie das wiederholen, bis sie endlich vom Aufschläger erwischt, angezeigt und bestraft wurden. Sie schworen ihm Rache und haben ihr Vorhaben in schrecklicher Weise ausgeführt.«

Die genaueren Hintergründe über Mühleisens tragisches Ende entnehmen wir einem ausführlichen Zeitungsbericht:

»Augsburg. (III. Ordentliche Sitzung des Schwurgerichts beim k. Landgerichte Augsburg im Jahre 1883). Freitag den 21. September, Vorm. 10.00 Uhr. Anklage gegen 1) Späth, Joseph, Gütler und Taglöhner von Gaimersheim, 2) König Joachim, Schanzarbeiter von Gaimersheim, wegen Verbrechen des Mordes. 

Von Gaimersheim führt nachdem ungefähr eine Stunde entfernten Eitensheim außer dem Fahrweg noch ein Fußpfad, der unmittelbar außerhalb des Ortes bei einer Marienkapelle abbiegt und über eine kleine Brücke an einem Hopfengarten und einer kleinen Oedung vorbei über eine Wiese wieder zum Fahrwege führt. Auf diesem Fußpfad nun fanden 2 Eisenbahnarbeiter, zur Arbeit gehend, am 22. Mai d. J. gegen 5 Uhr Morgens unmittelbar außerhalb des Hopfengartens einige Schritte abseits des Weges einen auf dem Gesichte liegenden Leichnahm mit zerschmettertem Schädel, in dem sie, das Gesicht desselben aus dem mit Blut und Gehirnmasse getränkten Boden emporrichtend, sofort den Aufschlageinnehmer Carl Mühleisen von Eitensheim erkannten.

Sie eilten sofort nach Gaimersheim zurück, woselbst sie Lärm machten, auch wurde sofort telegraphisch das Amtsgericht Ingolstadt hievon verständigt, daß auch noch im Laufe des Morgens zur Aufnahme eines Augenscheines eine Kommission entsandte. Die am gleichen Tage vorgenommene ärztliche Untersuchung ergab als Todesursache eine plötzlich eintretende Lähmung des Gerhirns durch hochgradige Erschütterung desselben infolge Zertrümmerung des Schädels durch Schläge, und zwar anscheinend durch 2, von denen der eine über die Stirn und den linken Augenbrauenbogen, der andere über die hintere Hälfte des linken Seitenwandbeines und das linke Ohr von der linken Seite her mit einem schweren, harten, theilweise scharfkantigen Instrument geführt worden war, jeder dieser Schläge für schon absolut tödtlich. Der Volksmund bezeichnete sofort als die Verüber dieser scheußlichen Hinschlachtung des allgemein beliebten, liebenswürdigen, braven und muthigen Aufschlageinnehmers den Gütler Späth und als dessen Kompliezen, den Schanzarbeiter König. Dieser allgemeinen Kundgebung folgend, wurde auch sofort die Verhaftung der beiden herbeigeführt und bei denselben eine Haussuchung vorgenommen, die jedoch zu keinem besonders gravierenden Resultat führte.

In der Voruntersuchung läugneten anfangs die beiden Angeklagten. Erst als man ihnen das Holzscheid, daß bei der That in 2 Trümmer zersprungen und in einem Acker gefunden war, vorzeigte, war es zuerst Späth, der sich zu einem Geständnis herbeiließ, welchem Beispiele bald darauf auch König folgte, jeder natürlich den anderen als den Hauptschuldigen darstellend. Auch hiebei handelten sie einer getroffenen Vereinbarung gemäß. Diese Erzählungsform hielt im Wesentlichen Späth auch heute noch fest. Hienach seien am Abend des 21. Mai d. Js. er und König beim Winterwirth in Gaimersheim bis nach 11 Uhr beisammengesessen, hätten fest gekneipt und sich dann auf den Heimweg begeben. Statt nun bei der Kirche den direkten Weg rechts zu gehen, wären sie auf den Rath des König ›hintrum‹ bei den Schulschwestern vorbeigegangen, um von rückwärts in sein Anwesen zu gelangen. Da sei ihnen auf dem Wege bei der Brücke, in der Nähe der vorgenannten Marienkapelle, der Mühleisen begegnet.

Als er an ihnen vorbei gewesen, habe er zum König gesagt: ›Den hätten wir leicht packen können, aber er hat halt immer einen Revolver dabei und da muß man vorsichtig sein‹. Er sei sodann, mit einer Hopfenstange in der Hand dem Aufschlageinnehmer, der unterdessen ungefähr 100 Schritte auf dem Wege nach Eitensheim weitergegangen war, nachgelaufen, um ihn zu erschrecken und zu sehen, ob er denn wirklich schießen werde. Plötzlich sei nun außerhalb des Hopfengartens der Mühleisen vor ihm gestanden und habe, ihm den Revolver entgegenhaltend, gerufen: ›Ich schieße‹, worauf er, Späth, die Hopfenstange habe fallen lassen und gesagt habe: ›Wir wollen ja garnichts‹. Auf dieshin hätte der Mühleisen den Revolver wieder eingesteckt, sie seien einander entgegen gegangen, und da habe er bemerkt, wie der König, einen Prügel hinter den Rücken haltend, auf den Aufschlageinnehmer zugegangen sei, weßhalb er zum Schutze desselben dazwischen getreten sei. Er sei sodann auf Mühleisen zugegangen, habe ihn leicht am Halse gepackt mit den Worten: ›Wenn ich Dir gern was thäte, so könnt‘ ich es, aber i möcht‘ net amol.‹ Hierauf sei er umgekehrt, da habe er umgesehen, wie der König plötzlich auf den Mühleisen zusprang, und zweimal mit dem Scheite auf ihn einschlug, so daß dieser lautlos zusammenbrach. Er habe sodann den König von seinem Opfer wegzureißen versucht und sie seien dann nach Hause gegangen. Auf dem Heimwege habe er sodann dem König über seine That Vorwürfe gemacht, worauf ihm dieser Schweigen geboten habe mit den Worten: ›Du host ebe koa Schneid; daß Du nix sagst, sonst bist a hin.‹ Vollständig anders als diese so unwahrscheinliche Darstellungsweise des Späth lauteten jedoch die Zeugenaussagen – Thatzeugen sind nicht vorhanden – und die Depositionen des Mitangeklagten König.

Zunächst wurde durch die Zeugen zur Evidenz dargethan, daß Späth auf den Aufschlageinnehmer Mühleisen einen tödtlichen Haß hegte. Im Jahre 1881 waren nämlich beim Mohrbräu in Gaimersheim öfters die Fenster eingeworfen, deßhalb eine Stillwache von 12 Bürgern und eine frühere Polizeistunde angeordnet worden, doch fruchtete das nicht viel.

Endlich am 9. Oktober d. Js. wurde Späth vom Stillwächter Bauer auf der That ertappt und von diesem, sowie dem Polizeidiener und mehreren anderen Leuten, darunter dem Mühleisen, verfolgt. Von seinem Anwesen aus drohte er dann, eine Flinte in der Hand, dem ihn verfolgenden Mühleisen mit dem Erschießen. Wegen dieser Reate wurde er sodann vom Schöffengerichte Ingolstadt zu 3 Wochen verurtheilt, namentlich auf die bestimmte eidliche Deposition des Mühleisen hin. Dieser Umstand, daß der Aufschlageinnehmer seinem geleisteten Eide treu die Wahrheit berichtete, sollte demselben verhängnisvoll werden. Späth machte von seinem Hasse gegen den Aufschläger kein Hehl.

Oft stieß er die Drohung aus, er werde dem Aufschlageinnehmer noch einen ordentlichen Denkzettel geben. Offen erzählte er auch einst am Biertische, daß er und König dem Mühleisen aufgepaßt hätten, allein dieser sei nicht gekommen. Ueberall wußte man von dieser gehässigen Gesinnung von Späth gegen den Mühleisen und auch dieser erhielt hievon von seinen Freunden Kenntniß, allein mit einem Revolver glaubte der kräftige, kouragirte Mann 2 – 3 gewachsen zu sein, er bedachte nicht, daß gegen einen heimtückischen Angriff weder Kraft noch Waffen nützen. Und heimtückisch war auch der Angriff, wie heute König auf das Bestimmteste behauptet. Derselbe erzählte ruhigen Tones, ohne im Geringsten bei der Erzählung zu stocken, den Vorfall wie folgt: Am fraglichen Tag Abends gegen halb 10 Uhr sagte zu ihm Späth: Heute ist der Mühleisen da, heut‘ können wir ihn haben, Du mußt mit. Weiters wurde zwischen ihnen hierüber nicht gesprochen.

Nach 11 Uhr verließen sie die ›Winterwirthschaft‹ und gingen beim Mohrbräu vorüber, woselbst Spät zum Fenster hineinschaute und sagte: ›er sitzt schon drin‹, wovon sich König ebenfalls überzeugte. Auf Veranlassung des Späth gingen sie dann hinten rum und über die Brücke. Beim Kratzer’schen Anwesen nahm derselbe auf den Wunsch des Späth ein Holzscheid aus dem Holzstoße.

Beim Hopfengarten zog Späth eine Hopfenstange heraus und sagte: ›Ich renne ihn mit der Hopfenstange über und über und Du schlägst gleich auf ihn ein‹. Nach dieser Rollenvertheilung legten sie sich in eine Mulde nahe am Wege, welche dieselben, trotzdem es mondhell war, vollständig den Blicken eines Herankommenden entzog. Nicht lange brauchten sie auf ihr Opfer zu warten. Als der Aufschlageinnehmer auf dem Wege an sie herangekommen war, ließ der Späth die Hopfenstange über den Weg fallen, packte den Mühleisen am Genick, warf ihn zu Boden und rief: ›So, jetzt hau zu‹. Dem folgend führte König 2 Hiebe auf den Kopf des Darliegenden, von deren Wucht nicht nur die Schädeldecke fast vollständig weggeschlagen, sondern auch noch die Knochenbrücke zwischen den beiden Ohren zerschmettert wurde. Ein dritter Hieb ging daneben und bewirkte das Abspringen des Scheites.

Das eine Stück dem König entreißend, führte Späth noch ein Paar Hiebe auf den Unglücklichen, der lautlos zusammengebrochen war und nach dem ersten Hieb nur noch ein leises Stöhnen hatte hören lassen. Nach dieser schrecklichen Unthat verließen die Mörder ihr Opfer und warfen das Werkzeug ihrer That in ein nahes Feld. Auf dem Heimwege trafen nun die beiden Verruchten die Vereinbarungen über ihre zukünftigen Aussagen. Sie waren sich bereits vollkommen klar, daß sie auf alle Fälle läugnen müßten, daß sie den Mühleisen aufgelauert hätten, ›denn dies bringt mir eine hohe Strafe‹, meinte der Späth dem König gegenüber. Vielleicht nur dem Umstande, daß Späth sich heute allzusehr auf Kosten des König zu entlasten versuchte, ist es zuzuschreiben, daß dieser den Vorfall wahrheitsgetreu erzählte. Die Angaben des König wurden auch unterstützt durch den damaligen Augenscheinsbefund, weiters aber auch durch die Schilderung der Zeugen, welche es geradezu für unmöglich erklärten, daß Mühleisen mit dem Späth, den er als seinen Todfeind kannte, in so später Stunde auf einem so abgelegenen Platze noch gesprochen hätte.

Es erklärte dies auch der Mitangeklagte König, in dem er angab: ›Der Aufschlageinnehmer kam gar nicht zum Reden, er hätte sich auch nicht so gemein mit uns gemacht.‹ Ueber die Absicht des Späth, die That am fraglichen Abend auszuführen, sprechen auch manigfache Aeußerungen desselben gegenüber dritten Personen, so z. B. die Aeußerung: ›heut moan i geht mir no was naus‹ und solche mehr. In einstündiger, überzeugender Ausführung plaidirte der Herr Staatsanwalt auf Bejahung des Mordes, während die Herren Vertheidiger in trefflicher Ausführung auf Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode plaidirten. Die Geschworenen, Obmann Herr Goßner, bejahten die Fragen auf Mord, worauf die beiden Angeklagten zum Tode verurtheilt und denselben die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt wurden. Ruhig hörten die Angeklagten dieses Urtheil an.«

„Augsburger Abendzeitung“, Nr. 262, 22. September 1883

Rechnung zur Beerdigung des kgl. Aufschlageinnehmers

Ob die beiden Delinquenten ihre Tat tatsächlich mit dem Tode büßen mussten, ist nicht bekannt. Carl Mühleisen, der auf diese tragische Weise ums Leben kam, war am 2. Dezember 1848 in Passau als Sohn von Valentin Mühleisen und seiner Frau Theresia, geb. Rößlers, geboren worden. Die Eltern werden im Kirchenbuch als »Chirurgenseheleute« geführt. Am 2. August 1881 hatte er in Eitensheim die Rosalia Glockner aus Altenmarkt geheiratet. Am 3. März 1882 ist ihre Tochter Maria Theresia zur Welt gekommen. Rosalia Mühleisen kehrte auf jeden Fall in ihren Geburtsort zurück und hat dort 1889 Ludwig Niggl geehelicht.